Eine Reise in das Rioja brachte uns dieses mal dem architektonischen Konzept eines kleinen Hotels in einem historischen Gebäude aus dem 18ten Jahrhundert (ehemals Wohnhaus und Bodega) näher.
Zentraler Aspekt der Planung: visuelle Stille (silencio visual).
Entstanden sind Hotelzimmer die sich durch Ruhe und Präzision auszeichnen.
Die Räume werden durch die monochrome zurückhaltende Farbgestaltung fast aufgelöst und man fühlt sich heimelig umschlossen und trotzdem modern aufgehoben.
Kein Dekoschnickschnack. Alles sehr clean.
„Fast klösterliche Atmosphäre“ wie es auf der Internetseite www.casarobla.com heißt.
Wir waren beeindruckt von der Detailschärfe der Ausführung auch wenn auf der Seite von der „Schönheit des Unvollkommenen“ (WabiSabi) gesprochen wird.
In den Gemeinschaftsräumen (Frühstück, Raum für Weintasting zur freien Benutzung auch durch größere Gruppen) dagegen wurde die historische Bausubstanz freigelegt und „reaktiviert“. Inclusive Weinkeller und früherer Weinpresse.
Der Ort Elvillar (Rioja Alavesa, Baskenland) selbst ist mit wenig Tourismus eine ebenso ruhige Oase und ergänzt die visuelle Stille der Hotelzimmer. Gut für ein paar Tage ausspannen. Einige Pintxo-Hotspots (z.B. Laguardia) sind nicht weit entfernt.
Die Betreuung durch Cristina Blanco ist herzlich und zuvorkommend. Sie führt auch gern durch das Hotel und erläutert die Historie und die Architektur und ist sichtlich stolz auf das Geschaffene.
Das Hotel ist ein mustergültiges Beispiel wie eine zeitgemäße Renovierung einer historischen Bausubstanz aussehen kann. Zudem wird das Haus laut Webseite „betrieben mit erneuerbaren Energien“ und ist nachhaltig da das Konzept cradle to cradle beachtet wurde.
Was gibt es sonst noch an Architektur zu erkunden?
Als nächstes Projekt plant Cristina eine Pintxo-Bar in Nähe des Hotels (dann muss man den Ort gar nicht mehr verlassen). Wir sind gespannt ob die Renovierung des dafür vorgesehenen Gebäudes ähnlich perfekt gelingt wie im Hotel.
Man kann aber auch gut die Ruta de los Dólmenes erwandern (die acht Zimmer sind nach den Dolmen auf der Ruta benannt).
Direkt bei Elvillar ist der „Dolmen de la Chabola de La Hechicera, der am besten erhaltene megalithische Dolmen im Norden Spaniens.
Im Ort steht die, für den Ort sehr große gotische Kirche Iglesia de Nuestra Señora de la Asunción aus dem 16ten Jahrhundert.
Bautafel
Architekt: David D Iriondo, Madrid
Bauleitung: Beatriz Lacasa
Bauherrin und Betreiberin:
Cristina Blanco (zusammen mit ihrem Mann und ausführendem Bauunternehmer Eduardo Zabala)
ist Winzerin und betreibt auch ein kleines Weingut „Señorio de Lanciego“ und produziert dort hervorragenden roten Rioja-Wein in verschiedenen Ausbaustufen Joven, Crianza, Reserva aus Tempranillo- und einen sehr guten Weißwein aus Viura-Trauben.
weiterführende Links
https://openhouse-magazine.com/architecture-casa-robla
https://maneramagazine.es/arquitectura/casa-robla-alava-siglo-xviii-rehabilitacion-d-iriondo-studio/
https://distritohotel.es/2025/12/12/casa-robla-en-la-rioja-alavesa/